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KTG-Pleite: Äcker an bäuerliche Betriebe verteilen

PRESSEMITTEILUNG

Straßburg/Berlin. Die KTG Agrar, mit mehr als 45.000 bewirtschafteten Hektar in Deutschland und Litauen eines der größten landwirtschaftlichen Unternehmen Europas, steht vor dem Aus. Am gestrigen Dienstag teilte das Unternehmen mit, das Amtsgericht Hamburg habe seinen Antrag auf Insolvenz angenommen. Zuvor hatte das Unternehmen Anleihezinsen von knapp 18 Millionen Euro per 6. Juni nicht aufbringen können und eine anstehende Hauptversammlung am 30. Juni verschoben. Maria Heubuch, Bäuerin und Mitglied im Ausschuss für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung des Europäischen Parlaments, kommentiert:

„Die wichtigste Frage ist jetzt, was mit den Äckern passiert, die die KTG Agrar teilweise gekauft, teilweise aber auch von Bund und Ländern gepachtet hat. Diese Flächen sollten gezielt an klein- und mittelgroße, bäuerliche Betriebe vergeben werden sowie Neueinsteigern eine Zukunft in der Landwirtschaft erleichtern. Bundes- und Landesregierungen müssen hier einen klaren Gegenakzent zu einer Shareholdergesellschaft setzen, in der die Interessen der Kapitalgeber auf Maximierung ihrer Profite den Vorrang vor den Interessen der Gesellschaft und der Umwelt beanspruchen.“

Friedrich Ostendorff, agrarpolitischer Sprecher von Bündnis 90/Die Grünen im Bundestag, erläutert: „Boden wird immer knapper. Die Spekulation mit Boden können wir uns als Gesellschaft nicht mehr leisten. Sie muss unterbunden werden. Regional verankerte bäuerliche Betriebe beleben die Dorfstrukturen und bringen Wertschöpfung in die Region - im Gegensatz zu börsennotierten und am Weltmarkt ausgerichteten Agrarkonzernen. Groß ist nicht besser. Die Insolvenz der KTG ist eine Chance. Jetzt muss eine bäuerliche und ökologischere Landwirtschaft gefördert werden. Wir brauchen Programme die Neugründung gezielt zu unterstützen. Das ist auch Aufgabe der BVVG.“

Siehe auch:
Öffnet externen Link in neuem FensterLandjäger - Europas Äcker im Ausverkauf;  Studie im Auftrag von Maria Heubuch, MdEP