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Klimagipfel muss der „klima-smarten Landwirtschaft“ Absage erteilen

PRESSEMITTEILUNG

Brüssel. Am heutigen Weltbodentag weist Maria Heubuch, Bäuerin und Abgeordnete der Grünen im Europäischen Parlament, darauf hin, dass die Böden besser geschützt werden müssen, um die Landwirtschaft fit für die Folgen des Klimawandels zu machen. Risiken sieht sie in der sogenannten „klima-smarten Landwirtschaft“, einem Konzept, das von der Weltlandwirtschaftsorganisation FAO entwickelt wurde:

„Der Pariser Klimagipfel sollte der sogenannten „klima-smarten Landwirtschaft“ eine klare Absage erteilen. Um das Klima zu schützen ist dieses Konzept nicht hilfreich, da es auf eine Abgrenzung von fragwürdigen landwirtschaftlichen Praktiken verzichtet. Kein Wunder, dass Konzerne wie Monsanto und die größten Düngemittelhersteller auf den fahrenden Zug aufgesprungen sind, um ihre Produkte als „klima-smart“ grün zu waschen. Notwendig wäre eine klare Definition von klimafreundlicher Landwirtschaft, die auf gentechnisch veränderte Organismen verzichtet sowie synthetische Düngemittel und Pestizide überflüssig macht. Doch dazu ist die FAO nicht bereit.

Die Verwendung von Pestiziden ist kontraproduktiv, da sie das Bodenleben töten und somit die Fähigkeit des Bodens, Wasser, Nährstoffe und Kohlenstoff zu speichern, aus dem Gleichgewicht bringt. Durch vermindertes Bodenleben werden Bäuerinnen und Bauern abhängig von klimaschädlichem chemischem Stickstoffdünger. Mit diesen Rezepten von gestern werden wir die Probleme von heute nicht lösen können – auch wenn die FAO ihnen ein hübsches Klima-Smart-Etikett umhängt.

Der Klimawandel stellt uns vor die Herausforderung, den Umbau der Landwirtschaft zu beschleunigen. Der Schutz des Bodens hat hier großes Potential. Wenn Böden richtig behandelt werden, haben sie die Fähigkeit Kohlenstoff aus der Atmosphäre aufzunehmen und zu speichern. Und: Ein humusreicher Boden kann doppelt so viel Wasser aufnehmen und verhindert dadurch die Auswaschung wichtiger Nährstoffe aus den Ackerflächen. So können enorme Schäden durch Abschwemmungen und Hochwasser minimiert werden. Durch die Stärkung eines gesunden Bodenlebens können wir die Landwirtschaft fit machen für extreme Wetterereignisse, die durch den Klimawandel noch weiter zunehmen werden.

Alternative Methoden wie Fruchtwechsel, Leguminosenanbau und organischer Dünger sind praxiserprobt und müssen weiträumig angewendet werden. Die Gemeinsame Europäische Agrarpolitik der EU muss sich konsequent an der Ökologisierung der Landwirtschaft ausrichten und Fördermittel anhand nachhaltiger Kriterien vergeben. Die Rahmenbedingungen, innerhalb derer Bäuerinnen und Bauern wirtschaften, müssen viel stärker als bisher positive Anreize für den Klima- und Bodenschutz setzen. Bodenschutz ist eine Win-Win-Situation – gehen wir es also an!“

Weitere Informationen:
Artikel von Maria Heubuch „Was kann die Landwirtschaft tun, um das Klima zu schützen?“